Nachschulungen bei Verkehrsdelikten

Die Fahrlehrerorganisationen SFV und FRE sind gemeinsam an die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates herangetreten: Sie fordern die Kommissionsmitglieder auf, der Parlamentarischen Initiative Grin folge zu geben. Der Vorstoss hat unter anderem zum Ziel, dass bei einer leichten oder mittelschweren Widerhandlung der auf bestimmte Zeit entzogene Lernfahr- oder Führerausweis wiedererteilt werden kann, wenn die betroffene Person an einer anerkannten Nachschulung teilgenommen hat.

Der Vorstoss basiert auf den praxisbezogenen Sicherheitsüberlegungen und langjährigen Erfahrungen der Fahrlehrerschaft, wonach Nachschulungen bei leichten und mittelschweren Verkehrsdelikten insgesamt nachhaltiger wirken und erfolgreicher sind als reine Sanktionsmassnahmen (Bussen, beschränkter Führerausweisentzug). Ziel der Nachschulungen ist es, die Einstellung und das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden direkt zu beeinflussen, indem bei fehlbaren Lenkerinnen/Lenkern ein Bewusstsein und Verständnis für ihr Vergehen geschaffen wird. Nur dies befähigt sie anschliessend, ihr Verhalten effektiv zu ändern, so dass die Verkehrssicherheit verbessert werden kann.

Die Massnahme von Nachschulungen bei leichten und/oder mittelschweren Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz hat sich in anderen Ländern bereits bewährt. So zeigen die Erfahrungen aus England/Wales, dass die Nachschulungen sehr gut wirken. Die entsprechende «Impact Evaluation of the National Speed Awareness Course» der University of Leeds zeigt, dass die Teilnahme an den Nachschulungen effektiv mehr zur Reduzierung von Geschwindigkeitsüberschreitungen beigetragen haben als Geldbussen oder andere Strafmassnahmen.

Die Auswirkungen des Kurses wurden anhand von Aufzeichnungen über Geschwindigkeitsverstösse getestet, die von den Polizeikräften für den Zeitraum von 2012 bis 2017 zur Verfügung gestellt wurden. Die Daten wurden für 2,2 Millionen Fahrer bereitgestellt, von denen 1,4 Millionen ein Angebot zur Teilnahme an den Kursen angenommen hatten. Der Schweiz. Fahrlehrerverband SFV und die Fédération Romande FRE würden es aus eigener Erfahrung sehr begrüssen, wenn diese Resultate mit in den Entscheid der Kommission einfliessen könnten. SFV und FRE sind aus der Praxis heraus überzeugt, dass eine solche Massnahme der Verkehrssicherheit dienlich ist und den Via-sicura-Gedanken fördert. Es ist unser gemeinsames Ziel, die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können – durch eine professionelle Fahraus- und -weiterbildung.

(Hinweis: Beim Bild zum Artikel handelt es sich um ein Symbolbild! Die abgebildeten Personen stehen nicht im Zusammenhang mit der Mitteilung.)

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