Immer mehr schwerverunfallte E-Bikefahrende

Die Strassenverkehrsunfallstatistik des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) des ersten Halbjahrs 2020 verzeichnet einen weiteren Anstieg bei den schwerverunfallten E-Bikefahrenden. Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Der Schweiz. Fahrlehrer Verband SFV unterstützt deshalb die im Rahmen der Vernehmlassung zur SVG-Revision vorgeschlagenen Massnahmen. Allerdings werden weitere Massnahmen notwendig sein.

Im Strassenverkehr starben in der ersten Hälfte 2020 insgesamt 19 Personen mehr als in der vergleichbaren Vorjahresperiode (2020: 95 Personen, 2019: 76 Personen, 2018: 102). Demgegenüber setzt sich der langfristige Abwärtstrend bei den schwerverletzten Personen fort: Im ersten Halbjahr 2020 verletzten sich 1614 Menschen im Strassenverkehr schwer, das sind weniger als in der ersten Hälfte der Vorjahre (2019: 1687, 2018: 1778). Auf Autobahnen und Autostrassen ging die Zahl der schwerverunfallten Personen (Getötete und Schwerverletzte) stärker zurück als auf dem übrigen Strassennetz.

Häufigste Unfallursache: Geschwindigkeit

Häufigste Unfallursache bei den schwerverunfallten Personen ist die nicht angepasste Geschwindigkeit. Dies fällt besonders bei den schwerverunfallten E-Bikefahrenden auf, wo mehr als 20 Prozent der durch diese verursachten Unfälle auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen sind. Im ersten Halbjahr 2019 war dies noch in 8 Prozent der Fälle so. Die Zahl der schwerverletzten E-Bikefahrenden stieg im ersten Halbjahr 2020 von 148 auf 207 Personen an, jene der getöteten E-Bikefahrenden sank von 7 auf 6 Personen.

Licht-Obligatorium und Tachopflicht für schnelle E-Bikes

Um die Sicherheit von E-Bikefahrenden zu verbessern, hat der Bundesrat Mitte August 2020 mehrere Massnahmen in die Vernehmlassung gegeben, so beispielsweise die Einführung eines Licht-Obligatoriums für alle E-Bikes, die Helmpflicht für langsame E-Bikes und eine Tachopflicht für schnelle E-Bikes.

Der Schweiz. Fahrlehrer Verband SFV unterstützt diese im Rahmen der Vernehmlassung zur SVG-Revision vorgeschlagenen Massnahmen. Allerdings werden weitere Massnahmen notwendig sein, um die Verkehrssicherheit grundsätzlich verbesseren zu können. Diese Massnahmen betreffen nicht nur die E-Bikefahrenden, sondern auch verschiedene Gruppen bei den Automobilsten, wobei auchdie professionelle Fahraus- und -weiterbildung (Stichwort: lebenslanges Lernen) gestärkt werden müssen.