Fahrtechnische Ausbildung notwendig

2018 haben gemäss Bundesamt für Strassen (ASTRA) 233 Menschen ihr Leben im Strassenverkehr verloren – drei mehr als im Vorjahr. Vor allem bei den E-Bike-Fahrenden wurde eine Zunahme registriert. Der Schweiz. Fahrlehrerverband SFV plädiert dafür, dass der Ausbildung bei der Nutzung von E-Bikes mehr Beachtung geschenkt wird. Technische Vorschriften genügen nicht, um das Gefahrenpotenzial in den Griff zu bekommen.

2018 wurden im Strassenverkehr 233 Personen getötet. 79 Menschen starben bei einem Unfall mit einem Personenwagen, 42 mit dem Motorrad, 27 mit dem Fahrrad, 12 bei einem Unfall mit einem E-Bike. Bei den Fussgängerinnen und Fussgänger verunglückten 43 Menschen tödlich. Zudem: Die Zahl der schwerverletzten Personen stieg um 6 Prozent auf 3873 Personen an.

Mehr tödliche E-Bike-Unfälle

Bei den Zweirädern ist die Tendenz insgesamt gemischt: Während bei den getöteten Motorrad- und Fahrradfahrenden ein Rückgang erfolgte (minus 9 Personen auf 42 bei den Motorradfahrenden, minus 3 Personen auf 27 bei den Fahrradfahrenden), stieg die Zahl der mit einem E-Bike Getöteten 2018 von 7 auf 12 Personen an. Schwer verletzt wurden 1068 Motorradfahrende (plus 2 Prozent), 877 Fahrradfahrende (plus 7 Prozent) und 309 E-Bike-Fahrende (plus 38 Prozent).

Mit 321 schwerverunfallten, d. h. getöteten oder schwerverletzten Personen, wurde bei den E-Bike-Fahrenden 2018 ein neuer Höchststand erreicht. Dabei waren 236 Personen mit einem langsamen und 85 Personen mit einem schnellen E-Bike unterwegs.

Hoher Anstieg bei den Senioren

Mit einer Zunahme von 45 Personen auf insgesamt 106 schwerverunfallte Personen ist der Anstieg bei den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren im Vergleich zum Jahr 2017 besonders hoch. Sie verunfallten grösstenteils mit einem langsamen E-Bike (plus 39 Personen auf 98 schwerverunfallte Personen).

Die zahlenmässig stärkste Zunahme bei den mit einem schnellen E-Bike schwerverunfallten Personen wurde in der Altersklasse 35 bis 54 Jahre registriert. Insgesamt verunfallten 45 Personen dieser Altersklasse mit einem schnellen E-Bike – 21 Personen mehr als im Vorjahr.

Zwar schneidet die Schweiz bei der Verkehrssicherheit im internationalen Vergleich (noch) gut ab. Um die Verkehrssicherheit aber weiter zu verbessern, insbesondere auch für die E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer, prüft das ASTRA aktuell verschiedene Massnahmen. Da-zu gehören beispielsweise die Einführung eines Lichteinschalt-Obligatoriums und die Einführung einer Tachopflicht für schnelle E-Bikes.

Fahrtechnische Ausbildung notwendig

Für den Schweiz. Fahrlehrerverband SFV, dessen Mitglieder sich in der Praxis tagtäglich mit Verkehrssicherheitsfragen auseinandersetzen, dürfte die angedachte technische «Aufrüstungsoffensive» mit neuen Vorschriften (Tachopflicht, Tagfahr-Licht-Pflicht) nur bedingt zielführend sein. Es ist erstaunlich, dass man trotz der mittlerweile relativ grossen Anzahl an E-Bikes angesichts der Entwicklung nicht den naheliegendsten aller Schlüsse aus der Unfallforschung zieht: «Unfällen liegt meistens ein menschliches Fehlverhalten zugrunde», so SFV-Geschäftsführer Daniel Menzi. «Damit liegt es auf der Hand, dass vor allem eine bessere Ausbildung der E-Bike-Fahrer die Unfallzahlen positiv beeinflussen würde.»

Nach Ansicht des SFV wäre es aufgrund des zunehmenden Problemdrucks an der Zeit, dass E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer eine fahrtechnische Ausbildung geniessen müssten. «Die sowohl theoretische als auch praktische Vermittlung von Grundlagenwissen trägt dazu bei, so manchen Unfall zu verhindern.»

Im Bereich des motorisierten Strassenverkehrs hat sich dies bisher in jüngster Vergangenheit eindrücklich gezeigt: Seit für Neulenker die obligatorische 2-Phasen-Ausbildung eingeführt worden ist, sind die Unfallzahlen bei dieser besonders gefährdeten Gruppe stetig gesunken.

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