Verkehrssicherheitsrat (VSR): «Back to the roots

Der Verkehrssicherheitsrat (VSR) will sich wieder darauf konzentrieren, was er ursprünglich war: eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und ein Netzwerk für die Verkehrssicherheit.

In den letzten zwei Jahren ist der Verkehrssicherheitsrat (VSR) zunehmend unter Druck geraten: Nachdem die Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) dem VSR unlängst das Audit-Mandat für die Qualitätssicherung der obligatorischen Weiterbildungen (Zweiphasen-Ausbildung usw.) gekündigt hatte, drohte der Verein, dem neben Privatpersonen und kantonalen Behörden (Verkehrspolizeien) auch der Schweiz. Fahrlehrerverband (SFV) angehört, seine Daseinsberechtigung zu verlieren. Erschwerend kam neben der Corona-Pandemie hinzu, dass man unerwartet auch noch den Auftrag des Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) zur Erteilung des VSR-Qualitätslabels für freiwillige Weiterbildungen verlieren wird.

Strategische Neuausrichtung spät angegangen

«Der Vorstand hat sich wohl zu lange auf die langfristig angelegte Zusammenarbeit mit der asa für die Audit-Tätigkeit verlassen», konstatierte Vizepräsident Kurt Wenger, der den VSR gemeinsam mit Gallus Bürgisser (ASTAG) und Urs Wernli seit einem Jahr im «Triumvirat» führt, anlässlich der Mitgliederversammlung mit Impuls-Meeting zwecks Bestandesaufnahme. Der VSR, so Wenger, hätte sich trotz des Leistungsauftrags des asa mehr diversifizieren müssen, um weniger von den beiden Grossaufträgen im Audit-Bereich abhängig zu werden.

Obwohl auch in den beiden letzten Jahren gute Arbeit geleistet worden ist, macht sich ein Rückgang der Ertragslage bemerkbar: Corona-bedingte Kursausfälle und die Halbierung der obligatorischen Fahrsicherheitskurse haben zu Rückgängen geführt, Corona-bedingt insbesondere in der freiwilligen Weiterbildung. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat der VSR aussergewöhnliche Sparanstrengungen im Ausgabenbereich unternommen.

Ein Netzwerk für die Verkehrssicherheit

Seit dem Führungswechsel 2020 hat sich der VSR-Vorstand für die Entwicklung der neuen Strategie stark engagiert. Hinzu kamen zahlreiche Gespräche mit dem FVS und der asa. Ziel sei es immer gewesen, die Mitglieder einzubinden, so Kurt Wenger, «was leider Corona-bedingt später als geplant» erst an der Mitgliederversammlung vom Juni möglich war. In Arbeitsgruppen soll in den kommenden Monaten jetzt jedoch Handfestes auf die Beine gestellt werden.

«Aus den vielen, überwiegend positiven Rückmeldungen am Impuls-Meeting entnehmen wir wichtige grundsätzliche Erkenntnisse», hält Kurt Wenger fest. «Vor allem, dass die Mitglieder den VSR am Leben erhalten wollen.» Zentrale Aufgabe des VSR soll es in Zukunft sein, «sich als Plattform für den Erfahrungsaustausch und als Dienstleister für seine Mitglieder zu etablieren.» Der VSR soll zu seiner ursprünglichen Funktion als «tragfähiges Netzwerk im Dienste der Sicherheit auf Schweizer Strassen» zurückkehren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, wobei der VSR nach wie vor der Auffassung ist, dass er aufgrund seines grossen Netzwerkes vom Langsam- bis zum Schwerverkehr nach wie vor der beste Partner für den FVS im Bereich der freiwilligen Weiterbildung ist.

Der SFV unterstützt diesen Weg

Der SFV als Vertretung der Fahrlehrerschaft, die im Bereich der Verkehrssicherheit eine eminent wichtige Aufgabe übernimmt, unterstützt dieses Ansinnen voll und ganz. «Wir werden den VSR auf diesem Wege unterstützen», heisst es. Der VSR geniesst einen hervorragenden Ruf und stellt eine gute Marke dar. Nicht zuletzt deshalb will sich der SFV vorderhand auch nicht an einer neuen Organisation wie Swissdrive beteiligen, die gleiche oder ähnliche Ziele wie der VSR verfolgt.